Noradrenalin «Bichsel» 1 mg/ml
Zusammensetzung
Wirkstoffe
Noradrenalinum (ut noradrenalini tartras)
Hilfsstoffe
Natrii metabisulfis (E223) 1 mg/ml, natrii chloridum, acidum hydrochloridum, aqua ad iniectabile.
Das Arzneimittel enthält 3.39 mg Natrium pro 1 ml.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (i.v.).
1 Ampulle à 1 ml enthält: 1 mg Noradrenalin-Base (als Noradrenalintartrat).
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Notfallmedikament.
Noradrenalin wird zur Erhöhung des Blutdrucks bei akuten hypotensiven Zuständen bei Schock, nach Herzstillstand oder zur Reanimation eingesetzt. Die Anwendung erfolgt zusammen mit dem Volumenersatz und zur Unterstützung von weiteren Massnahmen.
Dosierung/Anwendung
Noradrenalin wird per Infusion pumpengesteuert (Perfusor, Infusionspumpe) appliziert.
Nur verdünnt anwenden.
Üblicherweise wird zuerst eine Infusionslösung aus 4 ml Noradrenalin «Bichsel» (= 4 mg Noradrenalin-Base) verdünnt in 1 Liter Glucose 5 % zubereitet. Die Verdünnung mit NaCl 0.9 % wird nicht empfohlen. Vor Anwendung sollte die Korrektheit der Verdünnung sorgfältig geprüft werden.
Noradrenalin soll in der niedrigsten wirksamen Dosis über die kürzest nötige Zeit gegeben werden.
Erwachsene
Initialdosis 8 - 12 µg/Minute.
Alternative: 0.5 - 1 µg/Minute mit Titration nach oben bis zur Wirkung.
Die durchschnittliche Erhaltungsdosis beträgt 2 - 4 µg/Minute. Patienten mit refraktärem Schock können bis zu 30 µg/Minute benötigen.
Der Blutdruck sollte alle 2 Minuten bis zum Erreichen des gewünschten Wertes kontrolliert werden, dann alle 5 Minuten während der gesamten Infusionsdauer. Der Blutdruck soll bis knapp unter den normalen Blutdruck des Patienten eingestellt werden. Abruptes Absetzen von Noradrenalin «Bichsel» sollte vermieden werden.
Die Infusion sollte mittels eines Venenkatheters infundiert werden.
Pädiatrie
Die Anwendung in der Pädiatrie wird nicht empfohlen.
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Durch Volumenmangel (Hypovolämie) hervorgerufene Hypotonie.
Noradrenalin darf nicht bei Anästhesien, die mit Cyclopropan, oder halogenierten Hydrocarbon-Anästhetika durchgeführt werden, eingesetzt werden (Gefahr von Arrhythmien).
Angesichts der möglichen Erhöhung des Risikos von Kammerflimmern sollte Noradrenalin bei Patienten, die solche Substanzen oder ein anderes Arzneimittel mit kardialer Wirkung erhalten, oder bei Patienten mit erheblicher Hypoxie oder Hyperkapnie mit Vorsicht angewendet werden.
Das Präparat ist kontraindiziert in Kombination mit Lokalanästhetika in der Finger-, Zehen-, Ohren-, Nase- und Genitalienanästhesie.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Vor Noradrenalin-Gabe muss eine allfällige Hypovolämie korrigiert werden. Notfalls kann die Noradrenalin-Gabe zusammen mit dem Volumenersatz erfolgen.
Noradrenalin darf nicht als alleinige Therapie bei hypovolämischen Patienten gegeben werden. Zentralvenöser Druck und Pulmonalarterien-Druck müssen kontrolliert werden, um eine Volumenüberladung und die Begünstigung einer Herzinsuffizienz zu vermeiden.
Noradrenalin darf ausschliesslich von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden, das mit seiner Anwendung vertraut ist.
Noradrenalin darf ausschliesslich in Kombination mit einer geeigneten Volumenersatztherapie angewendet werden.
- Um eine Hypertonie zu vermeiden, müssen der arterielle Blutdruck und die Infusionsgeschwindigkeit während der Noradrenalin-Infusion engmaschig kontrolliert werden.
Extravasationsrisiko
Eine paravenöse Gabe muss unbedingt vermieden werden; es besteht lokale Nekrose-Gefahr. Der Infusionsort muss auf freien Fluss kontrolliert werden und die infundierte Vene soll beobachtet werden (bei Extravasation Weisswerden des umliegenden Areals).
Es sind Vorsichtsmassnahmen zur Verhinderung einer Extravasation zu ergreifen, da diese eine Nekrose des Gewebes im Umkreis der zur Infusion genutzten Vene zur Folge haben kann. Wenn die Vasokonstriktion der Venenwand zu einer Erhöhung der Permeabilität führt, können gewisse Mengen Noradrenalin in das umliegende Gewebe der genutzten Vene gelangen und ein Erblassen des Gewebes hervorrufen, das nicht auf eine manifeste Extravasation zurückzuführen ist. Wird ein Erblassen beobachtet, sollte deshalb ein Wechsel der Infusionsstelle in Betracht gezogen werden, um ein Abklingen der Wirkungen der lokalen Vasokonstriktion zu ermöglichen.
Behandlung der extravasationsbedingten Ischämie
Ein Austreten des Produkts aus dem Gefässsystem oder eine Injektion in den perivenösen Bereich kann aufgrund der vasokonstriktiven Wirkung des Arzneimittels auf die Blutgefässe zu einer Zerstörung von Gewebe führen. Der Injektionsbereich sollte deshalb so schnell wie möglich mit 10–15 ml physiologischer Kochsalzlösung mit Zusatz von 5–10 mg Phentolaminmesilat gespült werden. Zu diesem Zweck ist eine Spritze mit feiner Kanüle zu verwenden und eine lokale Injektion durchzuführen.
In folgenden Fällen ist besondere Vorsicht geboten und auf eine genaue Einhaltung der Indikationen zu achten:
- Schwere linksventrikuläre Dysfunktion in Verbindung mit akuter Hypotonie: Eine sorgfältige Beurteilung des Patienten ist erforderlich. Zeitgleich mit der Diagnostik ist eine symptomatische Behandlung einzuleiten. Noradrenalin sollte Patienten mit kardiogenem Schock und refraktärer Hypotonie, insbesondere solchen ohne erhöhten systemischen Gefässwiderstand, vorbehalten bleiben. Die Dosierung sollte zu Beginn zwischen 2 und 4 µg/min liegen und anschliessend schrittweise erhöht und bei Bedarf angepasst werden. Lässt sich mit einer Dosierung von 15 µg/min keine zufriedenstellende systemische Perfusion erreichen oder der systolische Blutdruck nicht auf einem Wert >90 mmHg halten, ist es wenig wahrscheinlich, dass eine weitere Erhöhung zu positiven Ergebnissen führt.
- Bei Patienten mit Thrombosen der Koronar-, Mesenterial- oder peripheren Gefässe ist besondere Vorsicht geboten, da Noradrenalin die Ischämie verstärken und den infarzierten Bereich vergrössern kann. Gleiches gilt für Patienten mit Hypotonie nach Myokardinfarkt sowie Patienten mit Prinzmetal-Angina.
- Treten während der Behandlung Herzrhythmusstörungen auf, muss die Dosis reduziert werden.
- Bei Patienten mit Hyperthyreose oder Diabetes mellitus ist Vorsicht geboten.
- Ältere Patienten können besonders empfindlich auf die Wirkungen von Noradrenalin reagieren.
Während der Noradrenalin-Infusion sind der arterielle Blutdruck und die Herzfrequenz kontinuierlich zu überwachen.
Werden potente Vasopressoren über längere Zeit angewendet, kann dies zu einem Volumenmangel führen, der kontinuierlich durch die Gabe geeigneter Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten zu korrigieren ist. Wird das Plasmavolumen nicht korrigiert, kann bei Unterbrechung der Noradrenalin-Infusion eine Hypotonie auftreten. Wird der arterielle Blutdruck dagegen aufrechterhalten, besteht das Risiko einer schweren peripheren und viszeralen Vasokonstriktion mit Minderdurchblutung und nachfolgender Gewebehypoxie und Laktatazidose sowie eventuellen ischämischen Schäden.
Die blutdruckerhöhende Wirkung (infolge der adrenergen Wirkung in den Gefässen) kann durch gleichzeitige Gabe eines Alphablockers abgeschwächt werden. Die Gabe eines Betablockers wiederum kann die stimulierende Wirkung des Produkts auf das Herz verringern und zu einer Verstärkung der hypertensiven Wirkung führen, die auf die Stimulation des Beta-1-Adrenorezeptors zurückzuführen ist.
Falls eine gleichzeitige Gabe von Noradrenalin und Vollblut oder Plasma nötig ist, muss diese in Form von gesonderten Infusionen erfolgen.
Natriummetabisulfit (E 223)
Der Hilfsstoff Natriummetabisulfit (E 223) kann in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeits-reaktionen und Bronchialkrämpfe (Bronchospasmen) hervorrufen.
Natrium
Das Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 1 ml, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».
Interaktionen
Atropinsulfat, Antidepressiva, gewisse Antihistaminika, Ergotalkaloide, Methyldopa, Guanethidin, Furosemid und andere Diuretika können mit Noradrenalin interagieren.
Nicht zu empfehlende Kombinationen:
- Flüchtige halogenierte Anästhetika: schwere ventrikuläre Arrhythmie (gesteigerte kardiale
Erregbarkeit).
- Imipramin-Antidepressiva: paroxysmale Hypertonie mit möglicher Arrhythmie (Hemmung der
Aufnahme von Sympathomimetika in die sympathischen Fasern).
- Serotonerg-adrenerg wirkende Antidepressiva: paroxysmale Hypertonie mit möglicher Arrhythmie
(Hemmung der Aufnahme von Sympathomimetika in die sympathischen Fasern).
Kombinationen, bei denen Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind:
- Nichtselektive Monoaminooxidase-(MAO-)Hemmer: Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung
des Sympathomimetikums, die in der Regel mässig stark ausgeprägt ist. Sie dürfen nur unter
engmaschiger medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Selektive MAO-Hemmer: Analog zu den bei nichtselektiven MAO-Hemmern beobachteten Effekten
Risiko einer Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung. Sie dürfen nur unter engmaschiger
medizinischer Überwachung angewendet werden.
- Linezolid: Analog zu den bei nichtselektiven MAO-Hemmern beobachteten Effekten Risiko einer
Verstärkung der blutdrucksteigernden Wirkung. Sie dürfen nur unter engmaschiger medizinischer
Überwachung angewendet werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Noradrenalin mit Alphablockern und Betablockern ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer schweren Hypertonie besteht.
Bei der Anwendung von Noradrenalin in Kombination mit den folgenden Arzneimitteln ist Vorsicht geboten, da dadurch die kardialen Wirkungen verstärkt werden können: Schilddrüsenhormone, Herzglykoside, Antiarrhythmika.
Mutterkornalkaloide und Oxytocin können die blutdrucksteigernden und vasokonstriktiven Wirkungen stimulieren.
Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine Studien zur Anwendung während der Schwangerschaft vor.
Noradrenalin kann die Durchblutung der Plazenta beeinflussen und eine fetale Bradykardie hervorrufen. Zudem kann es bei schwangeren Frauen Wehen auslösen und gegen Ende der Schwangerschaft zu einer fetalen Asphyxie führen. Die möglichen Risiken für den Fetus sind deshalb gegen den potenziellen Nutzen für die Mutter abzuwägen.
Während der Schwangerschaft sollte das Arzneimittel nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig (Notfall).
Stillzeit
Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Noradrenalin während der Stillzeit und es ist nicht bekannt, ob Noradrenalin in die Muttermilch übertritt.
Da zahlreiche Arzneimittel in die Muttermilch gelangen, ist bei Anwendung des Arzneimittels in der Stillzeit Vorsicht geboten.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Aufgrund von Indikation und Anwendung irrelevant.
Unerwünschte Wirkungen
Die möglichen Nebenwirkungen leiten sich von der therapeutischen Hauptwirkung ab. Diese Nebenwirkungen werden im Allgemeinen durch eine Überdosierung oder eine zu schnelle intravenöse Verabreichung verursacht. Da die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen nicht aus den verfügbaren «Post-Marketing»-Studien abgeschätzt werden kann, können keine diesbezüglichen Angaben geliefert werden.
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
Hyperglykämie, metabolische Azidose durch Sauerstoffmangel im Gewebe.
Psychiatrische Erkrankungen
Unsicherheit und Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit und Psychosen, Schwäche, Agitiertheit.
Erkrankungen des Nervensystems
Kopfweh, Schwindel, Zittern, Benommenheit,
Augenerkrankungen
Akutes Glaukom (sehr häufig bei anatomisch prädisponierten Patienten mit einem Verschluss des Kammerwinkels).
Herzerkrankungen
Tachykardie, Bradykardie (wahrscheinlich als Reflex auf den Anstieg des Blutdrucks), Arrhythmien, Palpitationen, erhöhte Kontraktilität des Herzmuskels aufgrund der Beta-adrenergen Wirkung auf das Herz (inotrop und chronotrop), akute Herzinsuffizienz, Brustschmerzen, Myokardischämie, Läsionen des Myokards.
Eine Überdosierung oder eine zu schnelle intravenöse Verabreichung kann eine Erhöhung des Blutdrucks, eine Reflex-Bradykardie und Herzrhythmusstörungen sowie in extremen Fällen ein Kammerflimmern verursachen.
Gefässerkrankungen
Allgemeine Vasokonstriktion, vor allem in der Haut, den Schleimhäuten und den Nieren mit Gefahr einer Abnahme der Durchblutung der vitalen Organe bis zur Ischämie. Diese Nebenwirkungen treten vor allem bei hypovolämischen Patienten auf. Arterielle Hypertonie und Gewebehypoxie, ischämische Läsionen aufgrund der starken vasokonstriktiven Wirkung (kann zu Kältegefühl und Blässe in den Gliedmassen und im Gesicht führen), übermässiges zerebrales Blutungsrisiko.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Atemnot oder Schwierigkeiten beim Atmen, Dyspnoe, Lungenödem bei starkem Anstieg des Blutdrucks.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Hypersalivation, Übelkeit, Erbrechen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Blässe, Schwitzen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Oligurie, Anurie, Miktionsstörungen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Ischämische Nekrose an der Applikationsstelle (z. B. Haut), vor allem bei para- oder perivaskulärer Verabreichung.
Die anhaltende Anwendung blutdrucksteigernder Mittel zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks ohne gleichzeitigen Volumenersatz kann die folgenden Symptome auslösen:
- schwere periphere und viszerale Vasokonstriktion
- Minderdurchblutung der Nieren
- Herabsetzung der Harnproduktion
- Hypoxie
- Erhöhung der Laktatkonzentrationen im Serum.
Im Falle einer Überempfindlichkeit oder Überdosierung können die folgenden Wirkungen vermehrt auftreten: Hypertonie, Photophobie, retrosternaler Schmerz, Halsschmerz, Blässe, übermässiges Schwitzen und Erbrechen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Überdosierung
Anzeichen und Symptome
Zeichen für eine Überdosierung oder Reaktionen hypersensitiver Patienten können Photophobie, Schwitzen, Erbrechen, Hypertension, Krämpfe und schwere Kopfschmerzen sein.
Behandlung
Sollte eine versehentliche Extravasation (paravasale Verabreichung) auftreten, können 5–10 mg Phentolaminmesilat in 10–15 ml NaCl 0,9 % in das umliegende, betroffene Gewebe infiltriert werden.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code
C01CA03
Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik
Noradrenalin ist ein potenter Vasokonstriktor.Noradrenalin ist identisch mit den endogenen Katecholaminen und stimuliert die alpha-adrenergen Rezeptoren. Die so ausgelöste Vasokonstriktion bewirkt eine Erhöhung des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Gleichzeitig wird der Blutfluss in Nieren, Leber, Haut und der Skelettmuskulatur vermindert. Beta-stimulierende Effekte wirken positiv inotrop auf das Herz, haben aber kaum bronchodilatatorische Wirkungen.
Noradrenalin hat keine Wirkung auf das ZNS.
Klinische Wirksamkeit
Es liegen keine Daten vor.
Pharmakokinetik
Absorption
Nach i.v.-Gabe tritt eine rasche Anpassung des Blutdrucks auf. Noradrenalin hat eine kurze Wirkdauer und die Wirkung hört 1 - 2 Minuten nach Infusionsstop auf.
Distribution
Noradrenalin wird vor allem im sympathischen Nervengewebe verteilt, gelangt in die Plazenta, überschreitet aber die Blut-Hirn-Schranke nicht.
Metabolismus
Der Abbau findet in der Leber und anderen Geweben statt durch Wirkungen der Katechol-O-methyltransferase (COMT) und der Monoaminoxidase (MAO). Die Hauptmetaboliten sind inaktiv.
Elimination
Die Elimination erfolgt als sulfatierte und glucuronidierte Konjugate über die Niere.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Es liegen keine Daten vor.
Präklinische Daten
Zur Anwendung des Präparats wurden keine regulatorischen präklinischen Sicherheitsstudien durchgeführt.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Kontakt mit Eisensalzen, alkalischen Stoffen und oxidierenden Agentien muss vermieden werden.
Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Noradrenalin «Bichsel» 1 mg/ml Injektionslösung darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Nach dem Öffnen sofort verwenden. Restlösungen sind zu verwerfen.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.
Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Nur klare, unverfärbte Lösungen brauchen.
Üblicherweise wird zuerst eine Infusionslösung aus 4 ml Noradrenalin «Bichsel» (= 4 mg Noradrenalin-Base) verdünnt in 1 Liter Glucose 5 % zubereitet. Die Verdünnung mit NaCl 0.9 % wird nicht empfohlen. Vor Anwendung sollte die Korrektheit der Verdünnung sorgfältig geprüft werden.
Zulassungsnummer
56'470 (Swissmedic)
Packungen
Noradrenalin «Bichsel» 1 mg/ml:
Ampullen zu 10 x 1 ml und 100 x 1 ml (B)
Zulassungsinhaberin
Grosse Apotheke Dr. G. Bichsel AG, 3800 Interlaken
Stand der Information
Oktober 2020